Zerschlagung der Gewerkschaften
Quelle: AdsD / Friedrich-Ebert-Stiftung

Die Nazis zerschlagen die Gewerkschaften

Dreist, zynisch und brutal: Am 2. Mai 1933 - nach dem Tag der Arbeit ! - besetzen Nazi-Schergen überall im Deutschen Reich die Häuser der freien Gerkschaften. Widerstand ist zwecklos: ihre politischen Gegner haben die Nationalsozialisten bereits mundtot gemacht. Sozialdemokraten und Kommunisten sind interniert oder auf der Flucht. Die Häuser der SPD wurden schon März und April besetzt und gestohlen.

Am 2. Mai 2013 blickt der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel auf die Ereignisse vor 80 Jahren zurück:

"Vor 80 Jahren besetzten Nationalsozialisten die Gewerkschaftshäuser. Rollkommandos der SA und SS stürmten die Häuser der freien Gewerkschaftsbewegung. Tausende Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wurden eingekerkert, gefoltert und ermordet. Das Eigentum der Gewerkschaften wurde konfisziert, Schriftgut beschlagnahmt und nicht selten verbrannt. 

Die Zerschlagung der freien Gewerkschaftsbewegung und die Zerstörung der Mitbestimmung in den Betrieben durch die Nationalsozialisten war der tiefste Einschnitt, den die freie Gewerkschaftsbewegung in Deutschland je erlebt hat.

Der 2. Mai 1933 ist Anlass, der vielen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter zu gedenken, die dem Nazi-Terror zum Opfer fielen.

Das Jahr 1933 stellt für die Freien Gewerkschaften wie auch die deutsche Sozialdemokratie die tiefste Zäsur in ihrer Geschichte dar. Dass es Gewerkschaften und SPD dennoch gelang, in der Illegalität Widerstand zu organisieren und vom

Exil aus die politische Arbeit fortzusetzen, ist das Verdienst tausender couragierter Mitglieder. 

Mutige Frauen und Männer, die auch in Zeiten von Terror und Barbarei ihre Überzeugung behalten und sich für Menschlichkeit und Solidarität eingesetzt haben. Mutige Frauen und Männer, die bereit waren, dafür Freiheit und Leben zu riskieren. Die meisten als Sozialdemokraten und Gewerkschaf-
ter, Sozialdemokratinnen und Gewerkschafterinnen. Auch ihrer wollen wir heute gedenken.

Aus der größten Niederlage heraus wurde noch im Widerstand die Idee einer Einheitsgewerkschaft geboren. Eine Idee, die 1949 mit der Bildung des DGB Realität wurde. Ein historischer Schritt mit immenser Bedeutung für die Entwicklung von Demokratie und sozialer Marktwirtschaft in Deutschland. 

Die Gewerkschaften haben entscheidend dazu beigetragen, dass die Arbeitnehmer am deutschen Wirtschaftswunder partizipierten, und dass die Bundesrepublik sich zu einer sozialen Demokratie mit starker Mitbestimmung und Arbeitnehmerschutz entwickelte.

Sie sind wichtige Stützpfeiler für den sozialen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Stärke unseres Landes. 80 Jahre nach dem Verbot freier Gewerkschaften wollen wir daran erinnern, dass starke Gewerkschaften unverändert die Voraussetzung für faire Löhne und eine gerechte Verteilung sind.

Wir alle wissen heute, dass der DGB und seine Einzelgewerkschaften Einheitsgewerkschaften sind. Niemand ist jedoch seit 150 Jahren so sehr im Kampf für Freiheit, Demokratie, Frieden und soziale Gerechtigkeit verbunden wie

die Sozialdemokratie und die freien Gewerkschaften in Deutschland.

Für uns alle bleibt die Herausforderung, den Kampf um Frieden und Freiheit und Demokratie weiterzuführen. Endgültig gewonnen ist er nie.

Der heutige Jahrestag mahnt uns alle, stets für starke und unabhängige Gewerkschaften einzutreten. Sie sind unverzichtbar in einer Demokratie und für eine Demokratie."

 

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