Viadukt ueber der Ruhr in Herdecke beim Sonnenaufgang im Winter
Quelle: imago/blickwinkel

"Blauer Himmel über der Ruhr"

"Der Himmel über dem Ruhrgebiet muss wieder blau werden!" Dieser Satz von Willy Brandt markiert die Entdeckung der Umweltpolitik. Er ist nicht nur an Rhein und Ruhr zum geflügelten Wort geworden. 

In der Bundestagswahl 1961 fordert die SPD reine Luft, reines Wasser und weniger Lärm. Das ist völlig neu und wirkt utopisch. Willy Brandt wird für seinen Satz vom blauen Himmel belächelt und angefeindet. Ökologie ist für die allermeisten Deutschen noch ein Fremdwort.

Elf Jahre später wirbt Erhard Eppler auf der epochemachenden Oberhausener Arbeitstagung der IG Metall für eine Politik, die Ökonomie und Ökologie zusammenbringt. Zwei Jahre vor der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl beschließt die SPD auf dem Bundesparteitag 1984 in Essen ihr Ziel einer "Energieversorgung ohne Kernenergie".  Im heutigen Hamburger Programm heißt es: "Wir wollen nachhaltigen Fortschritt, der wirtschaftliche Dynamik, soziale Gerechtigkeit und ökologische Verantwortung vereint."

Aus einer Utopie wird Wirklichkeit
Der Satz vom blauen Himmel war keine Utopie und ist keine Vision geblieben. Der Himmel über dem Ruhrgebiet ist heute blau, in der Ruhr schwimmen Forellen, Lärmschutzwände begleiten Autobahnen, die durch Wohngebiete führen. Aus einer Idee ist eine Forderung, aus der Forderung ist Politik, aus Politik ist Alltag geworden.

Das gelingt nicht von heute auf morgen, aber in ihrer Geschichte hat die Sozialdemokratie erfahren: Jeder Weg beginnt damit, ein Ziel ins Auge zu fassen. Und dann Schritt für Schritt darauf zuzugehen. Deshalb ist für den Historiker Bernd Faulenbach die SPD "die Partei mit dem langen Atem".

Heute geht es um die Gestaltung der Energiewende. Darum, dass Strom und Heizung nicht zu Luxusgütern werden und auch nachfolgende Generationen in einer gesunden Umwelt leben können. Ganz im Sinne Willy Brandts: "Unsere ganze Leidenschaft gilt der Zukunft." (ts/uk)

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Altbundeskanzler Helmut Schmidt stirbt. Er wird 96 Jahre alt. Schmidt hat die deutsche Politik geprägt wie kaum ein anderer, als Senator in Hamburg, als Minister unter Willy Brandt und von 1974 bis 1982 als Bundeskanzler.

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