vorwärts-Routen Gewinner mit SPD-Chef Sigmar Gabriel
Quelle: Dirk Bleiker

"So etwas sollte jeder mal gemacht haben!"

Sie haben es geschafft. Sie werden im nächsten "vorwärts" vorgestellt, Sigmar Gabriel begrüßt sie beim Deutschlandfest und hier sind sie im Interview: Die Ersten, die der kompletten "vorwärts-Route der Social-Demokratiedurch Deutschland folgten. Respekt!


150 Jahre SPD: Herzlichen Glückwunsch! Und schön, dass Ihr es nach Eurer Rundreise nun auch zum Deutschlandfest nach Berlin geschafft habt! Um provokant zu starten: Muss man ein wenig verrückt sein, um wirklich die gesamte Route der Sozialdemokratie zu bewerkstelligen? Immerhin sind des 20 Orte, die über das ganze Bundesgebiet verstreut sind.

Reinhold Link: (lacht) Es war schon schwer, das alles abzuklappern. Aber es hat sich gelohnt! Ich bin auch nicht alles in einem Rutsch durch, mal hier ein paar Tage, mal dort. Tja, ein bisschen verrückt muss man vielleicht wirklich sein. Gut zwei Wochen ist man ja schon unterwegs.

Udo Gosch: Eigentlich wollten wir ja nur ein paar ausgewählte Orte besuchen. Quasi die Gelegenheit nutzen, wenn man mal in einer bestimmten Region unterwegs ist. Aber dann hat sich unser Urlaub plötzlich zerschlagen. Ich hatte die Sonderausgabe des vorwärts (http://issuu.com/vorwaerts.de/docs/150jahre) noch gar nicht durch, da hat meine Frau zu dieser Idee angeregt.

Ingeborg Gosch: Wir haben uns über Esterwegen Richtung Essen durchgehangelt, dann weiter in den Süden. Von Stuttgart sind wir nach Frankfurt und rüber nach Plauen. Und dann ging´s wieder in den Norden. Das war schon heftig.

Udo Gosch: Wir haben uns das ganze in Etappen eingeteilt, waren auch mal ein paar Tage an einem Ort, um auszuruhen. Aber wir hatten wirklich viel Spaß und Freude, diese interessanten Orte zu besuchen. Natürlich gab es auch "Schwachpunkte" dabei - nicht alles findet man persönlich spannend.

 
150 Jahre SPD: Gab es Orte, an denen man noch richtig Sozialdemokratie "atmen" konnte?

Reinhold Link: Weniger, also zumindest nicht aktuell. Die meisten Orte sind eben "historisch".

Udo Gosch: Ja, es kam doch sehr drauf an: Das Hambacher Schloss ist natürlich ein Ort der sehr geschichtsträchtig ist - nicht nur aus sozialdemokratischer Sicht. Wenn ich aber an Mannheim denke und an die spezielle Ausstellung dort…

Reinhold Link: … Ja, genau, im Museum für Arbeit und Technik.

Udo Gosch: … über die Arbeitsbedingungen um die Jahrhundertwende. Dort sind die Spuren der Sozialdemokratie natürlich deutlich zu erkennen. Auch Trier war sehr spannend.

Frau Gosch: Wuppertal zum Beispiel war eher etwas "dünn". Da gab es halt nur das Haus von Engels' Großvater. Das Willy-Brandt-Forum in Unkel hat uns dafür wiederum sehr gut gefallen.

150 Jahre SPD: Wie hat Euch denn die Idee der Route gefallen? Hat Euch das Heft animiert?

Udo Gosch: Phantastisch!

Reinhold Link: Ich fand´s klasse. Man sieht Orte, die einem ansonsten doch wahrscheinlich nicht in den Sinn gekommen wären. Orte, von denen man in manchen Fällen bisher gar nichts wusste. Insofern war das sehr inspirierend.

Glücklich beim Deutschlandfest: Die ersten Genossinne und Genossen, die die"vorwärts-Route der Social-Demokratie" vollständig abgeklappert haben (v.l.n.r): Florian Link, Reinhold Link, Udo Gosch und Ingeborg Gosch.


 
150 Jahre SPD: Hat diese Reise in Eurem Verhältnis zur Partei oder Eurem Verständnis ihrer Geschichte etwas verändert?

Reinhold Link: Nicht wirklich. Aber ich finde, es gehört schon dazu, so etwas auch mal gemacht zu haben. Das finde ich als SPD-Mitglied doch wichtig.

Udo Gosch: Ich hatte gleich am Anfang die Befürchtung, dass ich mit einem riesigen Stapel Bücher zurückkomme. Gleich bei der ersten Station habe ich mir ein interessantes Buch gekauft, "Die Moorsoldaten". Aber es ist alles gut gegangen (lacht).

 
150 Jahre SPD: Was nehmet Ihr mit von dieser Reise, von diesen Orten?

Ingeborg Gosch: Wie gesagt: Es war schön-anstrengend. Es sind auch die vielen kleinen Momente, die einem in Erinnerung bleiben, als Urlaub.

Udo Gosch: Das, was wir als etwas ältere Kaliber selbst mitbekommen haben, ist natürlich etwas ganz anderes als die Geschichte, die ja nun 150 Jahre zurückreicht. Dafür war diese Rundreise doch eine schöne Möglichkeit.
 
Reinhold Link: Ja, ich denke das ist der zentrale Punkt. Personen wie Erich Ollenhauer zum Beispiel habe ich persönlich nie wirklich aktiv wahrgenommen. Als ich 14 war, kam dann der Wechsel: Willy Brandt wurde Kanzler… Das war für mich einfach "wow". Mein Vater war schon immer in der SPD und gewerkschaftlich eingebunden. Die Konservativen dachten, die Welt geht unter. Da fing auch meine Geschichte mit der Partei an. Allem anderen konnte ich auf der Route nachspüren. (nh)


Reinhold Link (56) ist 35 Jahre Mitglied in der SPD und kommt aus Forst (Baden) (Landkreis Karlsruhe). Sein Sohn Fabian hat ihn bei einigen Reiseetappen begleitet.

Udo Gosch (60) ist seit 17 Jahren SPD-Mitglied. Er ist Gemeindefraktionssprecher in Sierksdorf (Kreis Ostholstein). Seine Frau, Ingeborg Gosch (59), ist zwar erst seit knapp zwei Jahren Mitglied der Partei, aber als Kassenwartin des Ortsvereins bereits jetzt unersetzlich.

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