Konzentrationslager Sachsenhausen
Quelle: Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Konzentrationslager Sachsenhausen

Das Konzentrationslager Sachsenhausen wurde 1936/37 als Ersatz für zahlreiche frühe, wilde Konzentrationslager durch Häftlinge der Emslandlager erbaut. Es nahm als Ausbildungslager für KZ-Kommandanten und Wachmannschaften eine Sonderstellung im SS-System der Konzentrationslager ein.

Sachsenhausen war Zentrum eines Ausbeutungssystems, das mit ca. 100 Außenlagern einen beachtlichen Beitrag zur Rüstungsproduktion leistete. Gleichzeitig war das KZ ein Ort des Terrors mit Misshandlungen, Folter, Massenerschießungen, Hunger und defizitärer medizinischer Versorgung.

Im Konzentrationslager Sachsenhausen waren mehr als 200.000 Häftlinge inhaftiert, darunter in den Anfangsjahren zahlreiche politische Häftlinge, die aus anderen Lagern hierher verlegt wurden oder aus dem politischen Widerstand im nahen Berlin kamen.

Später überwogen Häftlinge aus den besetzten Teilen Europas, für rassisch und biologisch minderwertig Erklärte und Zeugen Jehovas. Man schätzt, dass bis zu 18.000 sowjetische Kriegsgefangene in Sachsenhausen ermordet wurden.

Unter den politischen Häftlingen gehören die Sozialdemokraten Heinrich Albertz (1877–1945), Nikolaus Bernhard (1881–1957), August Berger (1892 – 1945), Rudolf Breitscheid (1874–1944), Paul Brodele (1884–1942), Georg Buch (1903–1995), Ernst Domke (1882–1945), Heinrich Düker (1898–1986), Rudolf Freidhof (1888–1983), Cornelius Gellert (1881–1944), Paul Gerlach (1888–1944), Hermann Henneicke (1886–1966),

Fritz Henßler (1886–1953), Clemens Högg (1890–1945), Heinrich Jasper (1875–1945), Johannes Kleinspehn (1880–1944), Julius Leber (1891–1945), Fritz Lewerentz (1878–1945), Rudolf Löhr (1885–1945), Erich Lübbe (1891–1977), Reinhard Rauschenberg (1879–1953), Theodor Roeingh (1882–1945), Erich Roßmann (1884–1963), Michael Schnabrich (1880– 1939), Heinrich Siems (1877–1945) und Max Westphal (1895–1942) zu den bekannteren.

Von 1945 bis 1950 nutzte der sowjetische Geheimdienst den Kernbereich des ehemaligen Konzentrationslagers als "Speziallager Nr. 7 (seit 1946: Nr. 1). In den Baracken wurden erneut 60.000 Menschen inhaftiert, von denen 12.000 an Hunger und Krankheiten starben. Nach der Übergabe des Geländes an die DDR wurde es durch Polizei und Militär genutzt. Im ehemaligen Häftlingslager und im Bereich der Kommandantur entstand ab 1956 die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen, die 1961 eröffnet wurde. Die Schaffung einer monumentalen Mahnmalsanlage führte zum Abriss zahlreicher Originalgebäude. Für die Gedenkstätte schuf der Bildhauer Waldemar Grzimek (1918-1984) eine Figurengruppe, die Widerstand, Siegesbewusstsein, Trauer und Tod symbolisiert.

1976 wurden 200 Erinnerungstafeln entlang der Routen des Todesmarsches der Häftlinge 1945 aufgestellt. In mehreren Schritten erfolgte seit 1993 die Umgestaltung der Gedenkstätte, die seitdem von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten unterhalten wird. 

Im Rahmen eines dezentralen Museumskonzeptes informieren 13 kleinere Dauerausstellungen über unterschiedliche Aspekte

der Geschichte Sachsenhausens. In einem Teil des ehemaligen KZ-Komplexes befindet sich heute die Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg

(Quelle: Klaus Wettig, Orte der Sozialdemokratie, vorwärts buch, Berlin 2013. / Dr. Horst Seferens, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten)

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Straße der Nationen 22
16515 Oranienburg
03301 - 200-0
www.striftung-bg.de
www.stiftung-bg.de/gums.de

vom 15. März bis 14. Oktober täglich geöffnet von 8.30 bis 18 Uhr; vom 15. Oktober bis 14. März täglich geöffnet von 8.30 bis 16.30 Uhr. Montags sind die Museen, das Archiv und die Bibliothek geschlossen. Die Open-Air-Dokumentation Mord und Massenmord im KZ Sachsenhausen, der Gedenkort Station Z sowie das Besucherinformationszentrum sind geöffnet.

Anfahrt
Verkehrsverbindungen ab Berlin-Hauptbahnhof: S-Bahn S 1 (Oranienburg bis Endstation); Regionalbahn RE 5 Richtung Stralsund/Rostock bis Oranienburg. Vom Bahnhofsvorplatz Buslinie 804 (stündlich, Richtung Malz) und Buslinie 821 bis zur Haltestelle Gedenkstätte.

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