Gedekstätte Ravensbrück
Quelle: Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Gedenkstätte Ravensbrück

Die ersten weiblichen Häftlinge wurden im Mai 1939 aus der Lichtenburg in das größte, neu errichtete, Frauen-
konzentrationslager auf deutschem Gebiet verlegt. 1941 erfolgte die Erweiterung des KZ-Lagerkomplexes um ein kleineres Männerlager. 1942 entstand in unmittelbarer Nachbarschaft das sogenannte Jugendschutzlager für junge Frauen und Mädchen.

Mit Ravensbrück setzte die SS-Führung ihre Politik zur Bildung von großen Konzentrationslagern nach dem Vorbild von Dachau und Sachsenhausen fort. Die Zusammenführung von Frauen aus zahlreichen Haftorten in einem reinen Frauenkonzentrationslager ermöglichte die Isolierung aber auch die Intensivierung der Ausbeutung der Häftlinge am Vorabend und während des Zweiten Weltkrieges. 

Schon 1940 registrierte das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück über 4000 Häftlinge. Die Frauen mussten schwere körperliche Arbeiten leisten, wurden zu sogenannten frauentypischen Arbeiten im SS-eigenen Unternehmen Gesellschaft für Textil- und Lederverwertung mbH zur Zwangsarbeit eingesetzt.
Sie waren für die Rüstungsproduktion und damit Unternehmen wie Siemens & Halske billige Arbeitskräfte. 

Nach der Okkupation Polens wuchs der Anteil polnischer Frauen im Lager. Im Verlauf des 2. Weltkrieges kamen Frauen aus über 40 Nationen ins Konzentrationslager Ravensbrück. Im Januar 1945 waren in Ravensbrück ca. 46.000 weibliche und fast 8.000 männliche Häftlinge registriert. 

Kurz vor Kriegsende gelang dem Internationalen Roten Kreuz im April die Rettung von ca. 7.500 Frauen nach Schweden. Der erste Befreiungstransport führte in die Schweiz. Im April 1945

begannen die Evakuierungsmärsche. Am 30. April konnten die kranken und nicht gehfähigen, im Lager zurückgebliebenen Häftlinge durch die Rote Armee befreit werden.

Unter den Häftlingen waren jüdische Frauen, Kinder und Männer, Sinti und Roma kamen ins Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Die Häftlinge starben an Entkräftung, an Krankheiten, medizinischen Experimenten, wurden erschossen, erschlagen. Behinderte, nicht arbeitsfähige und
jüdische Häftlinge wurden im Rahmen der Aktion 14f13 in die Gaskammer der Heil- und Pflegeanstalt Bernburg geschickt.

Zu Beginn des Jahres 1945 erfolgten die Vergasungen der Menschen in einer provisorischen Gaskammer im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Über die Zahl der Häftlinge und Todesopfer weichen die
Angaben ab. Registriert wurden ca. 132.000 Frauen und Kinder, ca. 20.000 Männer und ca. 1000 weibliche Jugendliche.

Tausende Frauen, Kinder und Männer starben im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück, dem sogenannten Männerlager, in den zahlreichen KZ-Außenlagern, auf den Todesmärschen.

Zu den bekanntesten sozialdemokratischen Häftlingen in Ravensbrück gehören die Reichstagsabgeordneten
Marie Ansorge (1880–1955), Johanna Tesch (1875–1945), Gustav Dahrendorf (1901–1954), Theodor Haubach (1896–1945) sowie die Landtagsabgeordneten Matthäus Hermann (1879–1959) und Wilhelm Winzer (1878–1957). 

Die Überlebende Martha Fuchs (1892–1966) wurde nach Kriegsende in Braunschweig Ministerin und Oberbürgermeisterin.

Die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück wurde am 12. September 1959 als eine von drei zentralen Gedenkstätten in der DDR eröffnet. Der Bildhauer Will Lammert (1892–1957) schuf das Modell der Bronzeskulptur. Nach seinem Tod 1957 setzte u.a. Fritz Cremer die Arbeiten fort.

Diese Skulptur wird auch als Pieta von Ravensbrück bezeichnet. Beachtenswert sind auch die Skulpturen Zwei Stehende vor dem Krematorium und die Müttergruppe. Seit 1993 gehört die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück zur Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Es begann die Umgestaltung und Erweiterung der Gedenkstätte im Rahmen einer langfristig angelegten Planung. 

Neben den baulichen Veränderungen wurden mehrere neue Dauerausstellungen eröffnet, u.a. Züge nach Ravensbrück. Transporte mit der Reichsbahn 1939 –1945 (2005), eine Ausstellung zur Geschichte des Zellenbaus (2006), Das Führerhaus: Alltag und Verbrechen der Ravensbrücker SS-Offiziere (2010). Die neue umfassende Hauptausstellung Das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück – Geschichte und Erinnerung wurde im April 2013 eröffnet.

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Straße der Nationen 1
16798 Fürstenberg an der Havel
033093 / 608
www.ravensbrueck.de

Oktober bis April: Dienstag bis Sonntag von 9.00 bis 17.00 Uhr
Mai bis September: Dienstag bis Sonntag von 9.00 bis 18.00 Uhr

Anfahrt
Die Erreichbarkeit der Gedenkstätte ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht möglich. Vom Bahnhof nimmt man entweder ein Taxi oder geht zu Fuß, Wegstrecke 2,5 km ca. 25 Min., von der Luisenstraße Richtung Norden, geradeaus, weiter auf der Gelderner Straße bis zum Straßenende. An der Kreuzung weiter auf der Ravensbrücker Dorfstraße, diese wird dann zur Himmelpforter Landstraße, dann nach rechts auf die Straße der Nationen, am Ende der Straße befindet sich die Gedenkstätte.

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