Rastatt Freiheitsmuseum
Quelle: Bundesarchiv

Freiheitsmuseum Rastatt

Bundespräsident Gustav Heinemann (SPD, 1899–1976) gab die Anregung, eine Erinnerungsstätte zur Geschichte der Frei-
heitsbewegungen einzurichten, die am 26. Juni 1974 im Rastat-
ter Schloss eröffnet wurde. 

Hier endete 1849 die demokratische Bewegung der Revolution von 1848, nachdem preußische Truppen die revolutionäre Ar-
mee besiegt und die Festung Rastatt eingenommen hatten. Mit einem Standgericht der Sieger im Schloss wurden Todesurteile und drastische Strafen über die Besiegten ausgesprochen. 

Tausende von Demokraten flohen in die Nachbarländer. Die Dau-erausstellung im Schloss wurde mehrfach überarbeitet und präsentiert jetzt die Geschichte der demokratischen Ent-
wicklung von den Bauernkriegen des 16. Jahrhunderts bis zur friedlichen Revolution in der DDR. Eine besondere Darstellung erhielten der Nationalsozialismus, die Emanzipation der Juden und die soziale Frage. 

Auf dem Weg zum Schloss erinnert ein Denkmal zu Ehren der in Rastatt hingerichteten Demokraten an die Niederlage der demokratischen Bewegung. Es wurde wegen der Ablehnung durch Preußen erst 50 Jahre nach den Ereignissen von 1849 aufgestellt. 

Der Findling erhielt im Jahr 1899 die Inschrift Ruhestätte für die im Jahre 1849 zu Rastatt standrechtlich Erschossenen. Der Text wurde dann 1924 mit dem Wort Freiheitskämpfer vervoll-
ständigt. Der Gedenkstein konnte durch Spenden von Sozial-demokraten aus Deutschland und Amerika finanziert werden.

Die erste legale Gedächtnisfeier durfte die SPD allerdings erst zehn Jahre nach der Errichtung des Denkmals 1909 in Rastatt durchführen.

Die Geschichte vom Kampf um die Erinnerung an die erschos-
senen Freiheitskämpfer zeigt die Fronten auf, zwischen denen die Auseinandersetzungen um ein freiheitliches demokratisches Deutschland verliefen. Bundespräsident Johannes Rau legte im Jahr 2002 einen Kranz am Denkmal nieder.

(Quelle: Klaus Wettig, Orte der Sozialdemokratie, vorwärts buch, Berlin 2013.)

Freiheitsmuseum Rastatt
Schloss Rastatt / Herrenstraße 18

76437 Rastatt
07222 / 77139-0
www.bundesarchiv.de/erinnerungsstätte
erinnerung(at)barch.bund.de

Sonntag bis Donnerstag 9.30 bis 17 Uhr
Freitag 9.30 bis 14 Uhr
Samstag geschlossen
Der Eintritt ist frei

Anfahrt:
Vom Bahnhof Rastatt die Unterführung Richtung Stadt nehmen. Richtung Schloss bis zur Straße An der Ludwigsfeste. Im alten Friedhof (heute Gartenanlage) befindet sich das Denkmal. Vom Denkmal sind es nur wenige Minuten bis zum Freiheitsmuseum.

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