Bautzen Gedenkstätte
Quelle: Gedenkstätte Bautzen

Gedenkstätte Bautzen

1904 wurde die Landeshaftanstalt Bautzen gebaut, sie blieb bis 1933 dem allgemeinen Strafvollzug vorbehalten. Unter der na-
tionalsozialistischen Herrschaft wurde Bautzen auch der Haftort von Sondergruppen der NS-Verfolgung: politische Gefangene, Juden, Sinti und Roma. 

Ernst Thälmann, der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) war 1943-44 Häftling in Bautzen, bevor er 1944 in Buchenwald ermordet wurde.

Von 1945 bis 1950 war Bautzen ein Speziallager des sowje-tischen NKWD, zunächst für NS- und Kriegsverbrecher, ab 1946 auch für Sozialdemokraten, die sich der Zwangsver-einigung mit der KPD widersetzten oder verbotene Kontakte
mit der West-SPD unterhielten. 

Anfang 1950 übernahm die DDR die Landesstrafanstalt. Bau-
tzen zeichnete sich durch harte Haft- bedingungen und men-
schenverachtenden Umgang mit den Häftlingen aus. Ein Häft-
lingsaufstand 1950 wurde brutal niedergeschlagen. Die nach diesem Aufstand herausgeschmuggelten Berichte prägten den Begriff Gelbes Elend.

Nach der Wende wurde Bautzen II 1992 geschlossen. Die Initiative des Bautzen-Komitees e.V. führte zu politischen Beschlüssen, in Bautzen II eine politische Gedenkstätte einzurichten.

In der 1994 eingerichteten Gedenkstätte wird in einer Dauerausstellung an drei Verfolgungsperioden erinnert: Nationalsozialismus, Sowjetische Besatzungsmacht (Stalinismus) und SED-Diktatur.Bautzen I wird weiterhin als Justizvollzugsanstalt genutzt.

(Quelle: Klaus Wettig, Orte der Sozialdemokratie, vorwärts buch, Berlin 2013.)

Gedenkstätte Bautzen
Weigangstraße 8a
02625 Bautzen
03591 42521
www.stsg.de/bautzen

Montag bis Donnerstag 10 bis 16 Uhr
Freitag 10 bis 20 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen 10 bis 18 Uhr
Öffentliche Führungen: Freitag 17 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen 14 Uhr
Der Eintritt und die Teilnahme an den öffentlichen Führungen sind kostenfrei.

Anfahrt
Die Gedenkstätte ist in 10 Min. zu Fuß vom Hauptbahnhof erreichbar, der Weg ist ausgeschildert.

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