Nürnberg Karl-Bröger-Zentrum
Quelle: Karl-Bröger-Zentrum

Karl-Bröger-Zentrum in Nürnberg

In Nürnberg wurde bereits 1874 die Einrichtung einer Genossenschaftsdruckerei beschlossen. In den folgenden Jahrzehnten wuchsen Druckerei und Verlag, sodass mehrfach Umzüge und Neubauten notwendig wurden. Am 13. Oktober 1930 feierte die SPD mit der Fränkischen Tagespost den Einzug in das heutige, moderne Büro- und Geschäftshaus in der Ziegelgasse. 

Der sechsstöckige Stahlbetonbau, entworfen von den Architekten Hans Müller (1864 – 1951) und Karl Kröck
(1897 – 1970), war zu dieser Zeit das höchste und modernste Gebäude in Nürnberg. Aufsehen erregte der Neubau durch
seine Orientierung am Stil der Neuen Sachlichkeit. Von 1908 bis 1930 war der Sitz der Fränkischen Tagespost und der SPD in der Breiten Gasse 25 – 27.

Die Verbotswelle der Nationalsozialisten gegen sozial-demokratische Zeitungen erreichte im März 1933 auch die Fränkische Tagespost. Am 9. März stürmten SA und SS das Druckereigebäude und zerstörten Einrichtung und Maschinen. Am 10. Mai 1933 beschlagnahmte die Polizeidirektion Nürnberg-Fürth das Gebäude und ließ es 1936 als Eigentum des Bayerischen Staates ins Grundbuch eintragen. Dieser verkaufte die Immobilie an die nationalsozialistische Fränkische Tageszeitung GmbH.

Im Krieg wurde das Gebäude stark zerstört. Bereits 1945 fanden sich Nürnberger Sozialdemokraten zusammen, um das Verlagsgebäude wieder aufzubauen. In der Nachkriegszeit zogen außerdem Landgericht und Landesarbeitsamt in das Haus ein; später zahlreiche Firmen und Verbände mit ihren

Büros.Das Karl-Bröger-Haus blieb aber ein Zentrum der Sozialdemokratie, auch nachdem am 30. November 1971 nach 102 Jahren die Fränkische Tagespost eingestellt wurde. 

1997 wurde im denkmalgeschützten, umfassend sanierten Haus das Karl-Bröger-Zentrum als Stätte der Begegnung eröffnet. Im Karl-Bröger-Zentrum befindet sich eine Erinnerungsstele an die Verfolgten des Naziregimes mit 266 Namen.

Bedeutende SPD-Parteitage fanden in Nürnberg statt : 1922 (Der Vereinigungs-Parteitag von MSPD und USPD im Hercules-Velodrom), 1947 (in Rosenau, im Rundbau des Zirkus Holzmüller), 1968 (Meistersingerhalle), 1986 (Frankenhalle) und 2001 (Messezentrum).

1968 billigte der Parteitag den Eintritt in die Große Koalition mit der CDU/CSU und beschloss ein neues Parteistatut. 1986 wurde der Grundsatzbeschluss zur Einführung der Quote bei Ämtern und Mandaten gefasst.

(Quelle:Klaus Wettig, Orte der Sozialdemokratie, vorwärts buch, Berlin 2013.)

Karl-Bröger-Zentrum
Karl-Bröger-Straße 9
90459 Nürnberg
0911 44088
www.karl-bröger-zentrum.de
dialog(at)karl-broeger-zentrum.de


Anfahrt
:
Das Karl-Bröger-Zentrum wird vom Südausgang des Hauptbahnhofs über den Nelson-Mandela-Platz in die Celtisstraße erreicht. Die Celtisstraße mündet in die Karl-Bröger-Straße.

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