KZ-Gedenkstätte Dachau
Quelle: KZ-Gedenkstätte Dachau

KZ-Gedenkstätte Dachau

Das Konzentrationslager wurde schon im März 1933 auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik errichtet. Der Befehl ging vom Reichsführer-SS und neu eingesetzten Münchner Polizeipräsidenten Heinrich Himmler (1900 – 1945) aus. Das KZ Dachau bestand vom 22. März 1933 bis zur Einnahme durch US-Truppen am 29. April 1945. 

Dachau besaß im KZ-System des NS-Staates eine Sonder-stellung. Hier setzte die SS ihre Alleinstellung im KZ-System durch, hier fand die Ausbildung des KZ-Personals statt. Dachau wurde zum Vorbild für andere Lager. Auch das mit den Konzentrationslagern verbundene Ausbeutungssystem für die wirtschaftlichen Tätigkeiten der SS wurde hier entwickelt. 

Dachau verfügte über eine große Zahl von Außenlagern und war auch Ort für unmenschliche medizinische Versuche. Das Lager Dachau hatte mindestens 200.000 Häftlinge, von denen ca. 42.000 starben. Ein Vernichtungslager war Dachau nicht. 

Die Häftlinge starben an Entkräftung, Unterernährung, fehlender medizinischer Versorgung, aufgrund von Misshandlung und Folter. Die Zahl der Hinrichtungen bemisst sich auf mehrere Tausend, zunächst politische Häftlinge und rassisch Verfolgte, mit Kriegsbeginn Kriegsgefangene, in erster Linie aus der Sowjetunion.

In Erinnerung geblieben ist der Todesmarsch, auf den die SS kurz vor Kriegsende Tausende in Richtung Alpen trieb. An der Strecke des Todesmarsches wurden von 1989 an 22 Skulpturen des Bildhauers Hubertus von Pilgrim aufgestellt. Zahlreiche Sozialdemokraten gelangten auf ihrem Leidensweg durch die Konzentrationslager auch nach Dachau.

Zu nennen sind die Reichstagsabgeordneten Josef Felder (1900 – 2000), Eugen Kaiser (1879–1945), Franz Metz (1878–1945), Friedrich Puchta (1888–1945), Hubert Schlebusch (1893–1955), Kurt Schumacher (1895–1952), Hans Seidel (1880–1959), Josef Simon (1865–1949), Fritz Soldmann (1878–1945), Jakob Steffan (1888–1957), Fritz Ulrich (1888–1969), Hans Unterleitner (1890–1971), Wilhelm Weber (1879–1961) sowie die Landtagsabgeordneten Josef Amann (1879–1971), Erhard Auer (1874–1945), Heinrich Delp (1878–1945), Johann Dürr (1880–1952), Josef Heid (1882–1944), Josef Laumer (1887–1973), Philipp Martzloff (1880–1962), Kuno Rieke (1897–1945), Albert Rohloff (1896–1961), Albert Roßhaupter (1878–1949), Matthäus Schneider (1877–1944), Gustav Steinbrecher (1876–1940), Jean Stock (1893–1965), Otto Sturmfels (1880–1945), Otto Thielemann (1891–1938), Jakob Trumpfheller (1887–1975), Arthur Tübel (1880–1957), Walter Zimmerer (1884–1959). Zu den überlebenden Sozialdemokraten gehörte Fritz Erler (1913–1966).

Seit 1965 existiert eine KZ-Gedenkstätte Dachau, die sich in Trägerschaft der 2003 eingerichteten Stiftung bayerische Gedenkstätten befindet. Daneben befinden sich auf dem Gelände Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft.

(Quelle: Klaus Wettig, Orte der Sozialdemokratie, vorwärts buch, Berlin 2013.)

KZ-Gedenkstätte Dachau
Alte Römerstraße 75
85221 Dachau
08131 / 669970
www.kz-gedenkstätte-dachau.de

Täglich von 9 Uhr bis 17 Uhr.
Eine Führung für Einzelpersonen findet täglich um 12 Uhr statt.Für Gruppenführungen ist eine Anmeldung erforderlich.
E-Mail:bildung(at)kz-gedenkstaette-dachau.de

Anfahrt
Die KZ-Gedenkstätte ist erreichbar ab Bahnhof Dachau mit dem Regionalbus 726 (Richtung Saubachsiedlung) bis zur Haltestelle KZ-Gedenkstätte.

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