Hermann Scheer, SPD, Mitglied im Bundesvorstand, haelt eine Rede, außerordentlicher SPD Bundesparteitag 14. Juni 2009 Berlin
Quelle: Marco Urban / SPD

"Held des grünen Jahrhunderts"

Sie nannten ihn "Sonnengott": Hermann Scheer war einer der Ersten in der SPD, der den Umstieg auf Erneuerbare Energien forderte.

Schon 1979 veröffentlicht Hermann Scheer seine Doktorarbeit mit dem prophetischen Titel "Parteien kontra Bürger? Die Zukunft der Parteiendemokratie". Schon mit diesem Buch begründet Scheer seinen Nimbus als "Querdenker". 

Geboren im hessischen Wehrheim am 29. April 1944 verbringt Hermann Scheer seine Schulzeit in Berlin, wo er 1964 sein Abitur macht. Er studiert Wirtschafts- und Rechtswissenschaften sowie Politologie und wird politisch aktiv. SPD-Mitglied ist er seit 1965. In Heidelberg ist er an der Gründung des Sozialdemokratischen Hochschulbundes beteiligt, bei den Jusos zählt der Sozialist Scheer zu den "Reformisten". 1974 ist er stellvertretender Bundesvorsitzender der Jusos.

Bis zu seinem Einzug in den Bundestag 1980 arbeitet Hermann Scheer als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Stuttgart und als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kernforschungszentrum  Karlsruhe. Im Bundestag ist Hermann Scheer friedenspolitisch aktiv. Den NATO-Einsatz im Kosovo  brandmarkt er als "Kriegsverbrechen", was Forderungen nach seinem Parteiausschluss nach sich zieht. 

Preisgekrönt im Einsatz für Erneuerbare Energien
Unbeirrt bleibt Hermann Scheer seinem moralischen Credo treu, das da lautet: "Wer lügt, kennt auch die Wahrheit". Die propagiert der "Sonnengott", wie er genannt wird, in vielen Werken über Erneuerbare Energien. 

Schon in den 70er Jahren forderte er als einer der Ersten in der SPD einen konsequenten Umstieg auf Erneuerbare Energien. Das trägt ihm 1998 den "Weltpreis für Solarenergie" und ein Jahr später den "alternativen Nobelpreis" ein. 2002 ehrt ihn das US-amerikanische Nachrichtenmagazin TIME mit dem Titel "Held des grünen Jahrhunderts".

Als designierter Wirtschafts- und Umweltminister zieht Hermann Scheer 2008 mit Andrea Ypsilanti in den hessischen Landtagswahlkampf. Minister wird er nicht, weil Ypsilanti keine Mehrheit für ihre Minderheitsregierung herbeiführen kann. Völlig überraschend stirbt der streitbare Sozialdemokrat Hermann Scheer am 14. Oktober 2010 in Berlin.

(Dieser Artikel ist erschienen im vorwärts-Sonderheft "Der lange Weg zu einem besseren Land. 150 Jahre Sozialdemokratie".)

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